Eileen Gray - Grande Dame der Klassischen Moderne
Eileen Gray zählt zu den bedeutendsten Designerinnen der 1920er Jahre. Obwohl sie auch an einigen Architekturprojekten beteiligt war, beruht ihre heutige Berühmtheit vor allem auf ihren zeitlos schönen Möbelentwürfen. Man nennt sie in einem Atemzug mit bekannten Größen wie Le Corbusier, Mies van der Rohe und Marcel Breuer.
Mitte der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts knüpfte die in Irland geborene Designerin in Paris enge Kontakte zu der dort ansässigen Künstlerszene. In Folge dessen zeigen sich ihre Kreationen zunächst durch das ausklingende Art Deco, die Art Noveau und den Japonismus beeinflusst. Doch zunehmend vereinfachte und funktionalisierte sie ihre Entwürfe und fand zu ihrer modern-geometrischen – der Avantgarde voraus greifenden – Formensprache.
Früh experimentierte Eileen Gray mit Lackarbeiten, wie dem „Block“ Wandschirm von 1925. Doch schnell greift sie zu Materialien, die bis dahin vor allem durch ihre Funktionalität aufgefallen waren: Metallblech, Stahlrohr, Glas. Ihre Möbel zeichnen sich durch die klare Ästhetik der Formen aus. Das bekannteste und immer noch gern kopierte Möbel ist der Tisch „E.1027“, eine Konstruktion aus Stahlrohren und Glas. Der Tisch zählt heute zu den Ikonen der klassischen Moderne.
Ebenso Aufsehen erregend war der Sesselentwurf „Bibendum Chair“ von 1929. Er gilt als perfekte Verbindung von Grays Charme und Ironie mit einer harmonischen Formgebung, denn der so bequeme wie schöne Sessel zitiert sowohl mit seiner Form als auch durch die Namensgebung das bekannte Michelin-Reifenmännchen, das in Frankreich nach wie vor eine Art Nationalheiligtum darstellt. Es ist ein Symbol für Fortschritt und Innovation.
Eileen Grays Entwürfe bestechen bis heute durch ihre zeitlose Eleganz und haben sich zu Recht einen Platz im Design-Olymp erobert.